Kategorie: Freiheit
Am Anfang war das Chaos. Danach entstand Gaia
mit ihren breiten Brüsten...

Bild "Gaia Mediation" aus dem Jahr 2005 von Doris B. Lambling
vermutlich beschert mir die Erwähnung von Brüsten wieder eine Schar erstaunter und erstaunlicher BesucherInnen...
Die werden ähnlich staunen wie ich über die hessische Kultusministerin, die allen Ernstes (?!) vorschlägt, die christliche Schöpfungsgeschichte in den Biologie-Unterricht einfließen zu lassen. Vermutlich hat sie mit ihrer innovativen Idee einen neuen NaturGeister-Wissenschaftszweig im Blick?!
Wenn schon, dann plädiere ich dafür weitere Blüten aus dem bunten Strauß von Schöpfungsmythen in die biologische Märchenstunde einzuflechten.
Mehr noch: von den Blüten flugs zu den Blumen und Bienen hin zum Klapperstorch, der ja bekanntlich die kleinen Kindlein bringt - Fortpflanzung ein weiterer Bereich der Biologie, der dank abendländischer Tradition sich mühelos ins Reich der Sagen und Legenden verlegen lässt. Solche 'schöpferischen' Vorschläge, unter Berufung auf die christliche Tradition des Abenlandes, lassen vermuten, dass selbiges noch immer ganz weit hinten, hinterm Mond dahin dämmert..
Alle Völker der Welt haben zu jeder Zeit, an jedem Ort nach Erklärungen ihres woher? warum? wie? wohin? gesucht. Weshalb gerade die christliche Theologie die einzig selig machende Anwort gefunden haben soll, bleibt mir ein Rätsel.
Welchen Unterschied macht es für unser Hiersein heute, ob die Welt vor ca. 2000 Jahren in 7 Tagen oder evolutionär in Jahrmillionen entstand? Was bringt mehr Lebensqualität: Abstammung vom Affen (erlaube mir mal diese plumpe Vereinfachung) oder aus biblischem Urschlamm oder gar Adams Rippe?
Tatsächlich ist es vollkommen unerheblich für unsere Existenz, wer in dieser Frage 'Recht hat/behält'!
Unbegreiiflich wieviel Energie, Zeit und Geld 'gebildete' Menschen in das nutzlose Unterfangen investieren den 'wissenschaftlichen' Wahrheitsgehalt der Bibel zu 'beweisen'. Weder Hunger, Krieg oder Seuchen wird dadurch Einhalt geboten noch wird Klimawandel oder Artensterben aufgehalten - um mal ein paar wesentlich bedeutungsvollere Herausforderungen für menschliches Handeln zu nennen.
Von verbissener Besserwisserei ist unsere Welt, unser Dasein auf Erden - ob Scheibe oder Kugel oder Ellipsoid - noch nie einen Deut besser geworden.
Abstraktem Form verleihen
- Das Leichte an einem abstraktem Gemälde ist die Form loszulassen.
- Das Schwere an einem abstraktem Gemälde ist die Form loszulassen.
Wie so oft trifft beides zu.
Meine Bilder sind immer Momentaufnahmen, sie reflektieren mein inneres Geschehen, Fühlen, DaSein. Insofern war es vollkommen stimmig meinen strahlenden Optimismus in leuchtend helle Farben zu fassen. Anfangs zauderte ich noch, weil ein Teil von mir sooo viel lieber etwas ‘Gegenständliches’ malen wollte.
Doch “Hoffnung” hat nun mal keine konkrete Form, ist eben ein abstrakter Ausdruck für etwas, was wir konkret in uns (für) wahr-nehmen.
Wunderbar, weil fast schon ein kleines Wunder, finde ich es, wenn sich in meinen abstrakten Bildern, die Vorstellungen der BetrachterInnen ebenfalls widerspiegeln, wie bei “Es ist Hoffnung ”. ![]()
Spuren
den goldenen spuren
deines lebensweges folgen
wendungen nachspüren
ziellinien aufspüren
gradlinig bleiben
rückwärts blickend
lächelnd spuren hinterlassen
in köpfen und herzen
dankbar adieu sagen
vorwärts schauend
beherzt spuren aufnehmen
freudig neue abenteuer wagen
glaube, liebe, hoffnung, über-mut
suchen, finden, ankommen
wohin die reise führen soll
glück vertraut der zuversicht
traue zuversichtlich deinem glück
© 21/09/2006 doris b. lambling
Miteinander
Wieder eines aus den 95% meiner Bilder, die mich schon beim Malen völlig überrascht haben, wobei die verbleibenden 5% mir ebenfalls ein Rätsel sind. ![]()
Nunja, soweit ich das sehe, zeigt sich hier meine Vision von Liebe. Damit ist entgegen dem ersten Eindruck keine symbiotisch-verwachsene Nähe wie bei siamesischen Zwillingen gemeint. Bin geneigt laut auszurufen “Im Gegenteil!”.
Tief empfundene, zärtliche, leidenschaftliche Nähe im Geist und Fühlen das schon eher. Eine Nähe, die auch bei räumlicher Trennung noch vorhanden ist. Blindes und stummes Verstehen, miteinander Wachsen, gemeinsam in neue Dimensionen vordringen, einander Durchdringen, ineinander Auflösen (zeitweilig in so bestimmten Momenten…) — typisch weibliche Wünsche vermutlich.
Die (’zufällig’ gefundenen) Farben erzählen von tiefer Lust, Liebe, Leidenschaft, Zärtlichkeit und Weisheit, von großer Geborgenheit im Strudel unseres mitunter chaotischen Daseins.
Und trotzdem oder gerade deshalb sich gegenseitig viel Raum und Freiheit lassen, um sich ganz individuell zu entfalten, einander annehmen so wie man ist und wie man sich entwickelt. Niemand bleibt in seiner Entwicklung stehen, bloß weil die Liebe ins Leben getreten ist. Unverzagt freudig den Weg gemeinsam gehen, wohin auch immer er führen mag.
Gern mal aneinander reiben in vielfachem Sinne (kicher). Nix langweiliger als vollkommene Übereinstimmung. Bäh, wo bleiben da sonst die Überraschungen, neuen Perspektiven?
Anders als eine Freundin von mir, die für solch dramatische Liebesschwüre und -bedingungen wie in Schillers Kabale und Liebe schwärmt, bevorzuge ich im übrigen mehr eine alltagstaugliche Liebe. Dazu fallen mir immer gleich die Worte Erich Kästners ein “… auch die
schönste Frau, die es gibt, muss mal aufs Klosett; auch der tapferste Mann, den es gibt, schaut mal unters Bett …” oder kommt erst der Mann und dann die Frau? ![]()
Tunnel you know where
als ich vor zwei jahren mit dem malen begann, traute ich mich anfangs noch nicht mal meine bilder zu signieren, zu betiteln oder gar öffentlich zu zeigen. es brauchte dazu erst die ermutigung einer sehr guten freundin. inzwischen schätze ich das zusatzvergnügen mir nach dem malen noch einen passenden, klingenden namen auszudenken.
bei “tunnel you know where” lernte ich (wieder), eine sprache allein reicht gar nicht aus. zu diesem kleinen englischen wortspiel findet
sich kein passender ausdruck auf deutsch - da kam ich nur bis zu “tunnel”.
es ist wirklich sehr bereichernd, wenn mensch die engstirningen beschränkungen einer sprache, eines landes, einer kultur überwinden kann.
dessen ungeachtet bin ich davon überzeugt, dass wirklich berührende bilder nur das vokabular aus farbe und form brauchen.




