Kategorie: Kunst für Kinder
Mit kindlicher Freude
bin ich vor kurzem durch's PUK gebummelt.
Eine Besucherin in meinem Alter strahlt mir "Ist das schön hier" entgegen und ich stimme aus tiefster Seele zu. Neben der sehenswerten Sammlung hat mich die Sonderausstellung zu Astrid Lindgrens diesjährigem 100. Geburtstag angelockt.
Noch immer vermag mich die lustige, pfiffige, freche, mutige, verrückte, ungewöhnliche Pippi zu ermutigen und ermuntern einfach drauf los zu leben und jede Menge Spaß dabei zu haben. Pippi steht mehr für "genieße den Augenblick" denn für "nutze den Tag". Je älter ich werde, umso mehr stimme ich ihr da zu! Dieses abenteurliche bärenstarke Mädchen trägt ihr mitfühlendes Herz aus Gold auf der Zunge und am rechten Fleck. Ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn lässt sie Schwächeren beistehen. Mit ihrer Feinfühligkeit versteht sie zugleich 'Fehlgeleitete'. Grenzenloser Optimismus und Urvertrauen pur sind weitere ihrer Markenzeichen. Pippi erklärt sich und uns die Welt so schräg, dass sie geradezu punktgenau den Kern trifft.
Es gibt wohl kaum ein Kind auf der Welt (unseres Kulturkreises), das sie nicht vom ersten Lese-Augenblick an liebt. Oftmals bleibt es bei einer lebenslangen Liebe, die an die nächste Generation weitergegeben wird.
Ihre leicht anarchistische Lebensphilosophie beunruhigte kurz nach dem Erscheinen des Buches manchen Sittenwächter. So lächerlich und unglaublich aus heutger Sicht. Wieso gerade Kinderliteratur mehr Realitätsnähe (wurde unter anderem bemängelt) aufweisen soll, als beispielsweise antike Göttersagen, bleibt mir ein Rätsel.
Unbeschadet dessen, dass wir dazu neigen ein verklärtes Idealbild von kindlicher Naivität und Unschuld auf Kinder jeglichen Alters zu projezieren, mag ich es mich völlig unvereingenommener und ungehemmter Offenheit hinzugeben.
Dem Spieltrieb meines inneren Kindes ungebremst frönen, allen meinen Träumen Flügeln wachsen zu lassen, vor ausgelassener Lebensfreude strahlen,... danach hatte ich seit Wochen gesucht. Dank Astrid Lindgren und ihrer wunderbaren Pippi Langstrumpf und den 100 Puppen, die ihr gratulieren, sprudelte genau das in allerbester Quatschlaune in vielen bunten Farben endlich aus mir raus.
Trolle, Zwerge, Riesen, Marsianer…
Seit Kindertagen liebe ich Märchen, Fabeln, Science Fiction - Geschichten voller Fantasie und Wunder, in denen alles geschehen kann. Obwohl ich bezweifle all diesen fantastischen Gestalten und Abenteuern in Wirklichkeit zu begegnen, liebe ich es noch immer davon zu träumen.
Sich das Unglaubliche vorzustellen, ohne Zensur und Begrenzungen ist so leicht wie schwer. Erwachsenwerden konfrontiert uns meist mit den Hindernissen des ‘erwachsenen Daseins’. Wir lernen uns an so viele Regeln anzupassen, dass wir oft den unschuldigen Zugang zur Welt vergessen, den wir als Kind hatten. Auch dann, wenn die eigene Kindheit mehr aus harten, denn glücklichen Tagen bestand, wie bei mir.
Es ist eine großartige Erfahrung, die Furcht vor den eigenen Träumen zu verlieren. Inzwischen finde ich zurück, zu der naiven Freude solche seltsamen Kreaturenen auf die Welt zu bringen. Jedes Mal, wenn so ein skurriles Wesen aus meinem Pinsel krabbelt, erstaunt es mich zunächst. Je mehr es heran wächst, um so mehr nehme ich es einfach an und möchte es mit so viel Liebe wie irgend möglich erfüllen.
Die meisten meiner Kinderbilder habe ich längst weg gewofen, nur einige ganz wenige habe ich aufbewahrt. Zwei Beispiele sind links zu sehen. Rechts, das ist mein aktueller “Nacht-Troll” (leider lausig fotografiert).
Abends am Fluss
Diese lustige Szene purzelte im Jahr 2004 einfach so aus meinem Pinsel.
Hab erst vor kurzem entdeckt, dass sie hervorragend zu dem Märchen “Mummelchen” von Manfred Kyber passt.
Es schreit
Nun, als ich dieses Bild letztes Jahr malte, war meine Erklärung “Keine Ahnung, was es ist, aber es schreit”.
Heute hätte ich manchen Grund zu schreien. Hatte gestern einen kleinen Unfall und hab nun tierische Schmerzen im geschwollenen Knie. Das könnte mich wirklich zum Schreien bringen - der Unfall selbst und die Schmerzen.
Es war übrigens ein komischer Moment, als ich wie in einer Slapstik-Szene in Zeitlupe fiel und wusste, ich kann absolut nichts dagegen tun.
Lachen soll ja die beste Medizin sein, es hellt jedenfalls die Stimmung auf. ![]()
Obwohl ich im Moment nicht so beweglich bin wie John Cleese (einst), habe ich derzeit eine herrlich unsinnige Gangart drauf… perfekt für jenes Ministerium… ![]()
Der Onkel Doktor meinte allerdings, dass mich ein zu viel an Flexibilität in meinen Bänder zu Fall gebracht hat und wohl immer mal wieder straucheln lässt.
geschickt gedichteter g-punkt
„genug gefürchtet“
gegen grauen geifernd,
gut gelaunt
grimmig-giftigen gedanken-gruselgeistern
gnadenlos garaus gemacht.
gellendes gekreisch geerntet
gejammertes gnadengewinsel gestoppt,
gleichwohl gewaltiges gewimmere,
grelles gezische,
gurgelndes geröchel,
geflüstertes gemurmel
gloria!
gräßliche gefahr gründlich gebannt!
grausiges gezücht geflohen!
gespensteraustreibung glänzend gelungen.
grinse, glückselig glucksend -
glaube gedankenfreiheit gewonnen
gelobe gewappnetsein gegen gleiche gefahr
…genieße gelöst
grenzenlos gutes gefühl.
© 2006 Doris B. Lambling
dann das Bild und viel später erst entstand das Gedicht dazu.
Inzwischen gehört mein Bild "Hinweg" zum amerikanischen Kinderkunst-Projekt Phoophie Tales .





