Kategorie: LebensKunst
Earth Day und Earth Week
Es ist wieder so weit, heute ist "Earth Day", der Tag der Erde.
Earth Day-Jahres-Motto 2008:
"Wir haben den Mut zur Nachhaltigkeit:
Unsere Stadt wird zukunftsfähig!"
Wenn ein Pinguin auf eine Sonnenblume schaut, dann sieht's zunächst niedlich aus - Pinguine sind einfach immer knuddelig anzusehen. Doch die Gedanken an die schmelzenden Polkappen jagen mr die Eiseskälte über den Rücken, die dort so dringend gebraucht wird!
Wir alle sollten aus ureigenstem Überlebensinteressen unsere Beiträge dazu leisten, dass daraus niemals Realität wird. Egal ob wir in der Stadt oder auf Land leben.
Für einen Moment
für einen Moment
innehalten
in die Tiefe schauen
für einen Moment
zur Ruhe kommen
durchatmen
für einen Moment
einfach sein
und es genießen
vielleicht steckt das in diesem Bild, vielleicht eine andere Geschichte
- bin mir noch immer unsicher, ob es fertig ist oder noch immer im
Werden - vielleicht ist auch das Teil der Geschichte.
LiebesPERLen

Gestern, am längsten Tag des Jahres, bin ich dem Panorama-Weg in Perl gefolgt. Überaus angenehm trotz des regnerischen Wetters.
Auf meinem ersten Wegstück (habe bei der Kneippanlage geparkt) schmunzle ich über die vielen Nacktschnecken, die das feuchte Wetter hervorgelockt hat und beharrlich den Weg überqueren wollen.
Beim Aussichtspunkt am Dreiländereck (Deutschland-Frankreich-Luxemburg) begrüßt mich eine fröhliche Frauenschar mit "Bonjour" und lädt mich zum Essen ein. Auf Bonjour mit Bonjour zu antworten ist mir ein Leichtes. Zu erklären, dass ich grad erst angekommen bin und zunächst nach Bewegung hungere hingegen auf Französisch unmöglich. Statt sich auf 'English' einzulassen, werde ich auf die einzige Deutsch sprechende Dame verwiesen. Sie entpuppt sich als Deutsche. Die Liebe hat sie nach Frankreich verschlagen. Ihr nur Französisch sprechender Mann kommt zwar aus Südfrankreich, doch sie haben sich nach seiner Pensionierung auf's grenznahe Metz als Wohnsitz geeinigt. An der Art, wie sie es erzählt, scheint mir das eine sehr gute Wahl - sowohl der Mann, als auch der Ort. ![]()
Mit einem heiteren "bon appetit" und "au revoir", verabschiede ich mich und marschiere gut gestimmt weiter. Nach der Hälfte der Strecke bricht die Sonne hervor und ich freu mich einmal mehr über diesen herrlichen Flecken Welt.
Am Ende der erholsamen Tour beschließe ich nochmals zu deren Anfang am Aussichtsspunkt zurückzukehren. Hoffe auf nun sonnigere Sicht. Die Nacktschnecken, die ich bereits beim ersten Mal belächelte, sind ein beachtliches Stück vorangekommen ![]()
Im Wald nieselt es erst mal wieder. Hurra, oben angekommen, strahlt die Sonne erneut. Der Ausblick ist wirklich großartig. Während ich noch so freudig vor mich hinstaune, höre ich seltsame Geräusche. Ein Sense schwingender Mann arbeitet sich den Weg hoch. Ein überaus freundlicher, älterer Herr, der für die Markierung des Panoramaweges und vieler anderer der Gegend verantwortlich zeichnet. Seit 30 Jahren betreut er die Wanderwege und leistet Großartiges finde ich! Wandert selbst für sein Leben gerne, am liebsten im Pfälzer Wald. Mir gefällt, das Licht das sich in seinem Gesicht entzündet, wenn er übers Wandern und Wanderwege spricht. Und ich mag die aufmerksame Zuwendung für seine Frau, für deren abnehmendes Leistungsvermögen er passende Wanderziele aussucht. In beiden Fällen - für seine Frau und fürs Wandern - spüre ich lebenslange Liebe und Leidenschaft.
Er erklärt mir die Gegend, wo es deutsch, französisch und luxemburgisch ist, für mich verblassen hier die Grenzen. Ein Teil des Weges, den er von überwuchernden Pflanzen befreit. liegt schon in Frankreich. Hier kann man mit einem Fuß auf deutschem und dem anderen auf französichem Boden stehen bzw. gehen.
Schengen liegt Perl gegenüber und mir wird anschaulich klar, der Ort war mehr als gut gewählt für ein Abkommen über den Wegfall von Personenkontrollen an Grenzen.
Nach einem kurzen Plausch mit mir rückt er den Wucherpflanzen auf der französischen Wegseite zu Leibe und ich strichle ein paar beschwingte Farblinien aufs Papier.
Vor der Rückfahrt geselle ich mich zu dem älteren Ehepaar im Kneippbecken. Das Wasser ist eisig kalt, der geforderte Storchengang ist mir die einzige Art wenigstens eine Runde (Anfängerin = 20 Sekunden) hinter mich zu bringen. Wow, die beiden schaffen täglich eine Viertelstunde - Respekt!
Die Begegnungen in Perl erinnern mich daran: der Rausch des Verliebtseins ist wunderbar, Liebe die sich über Jahrzehnte hält und vertieft noch viel wunderbarer.
Sagenhaft
Meine Wanderlaune hat mich gestern getrieben den Litermont Sagenweg zu erkunden. Einzig auf das Kupferbergwerk musste ich verzichten. Bin mir unsicher, ob's überhaupt offen hatte - mir blieb jedenfalls keine Zeit dafür. Gefehlt hat's mir nicht, weil die Wanderung allein schon überwältigend schön war
Dieser Premiumwanderweg ist tatsächlich vorbildlich ausgezeichnet und mit vielen liebevollen Details gestaltet. Selbst auf schmalen Schlängelpfaden durch den Wald fällt es leicht ihm zu folgen.
An so viel fantastischer urwüchsiger Natur kann ich mich regelrecht berauschen. Vermutlich haben sich all die fiesen kleinen stechenden Biester einen süßen Schwips von meinem Blut geholt.
Es waren übrigens erstaunlich wenig Stiche. Ein paar wohlgenährte Insekten mehr gönne ich der fröhlichen Vogelschar dort nur zu gerne.
Während die Vögel in den Wipfeln sich meist meinen Blicken entzogen, entzückten mich dafür umso mehr die Schmetterlinge. So vielfältig (!) sah ich's schon lange nicht mehr flattern. Traumhaft!
Die schönste Sage erzählte von einer vermutlich keltischen Quellgöttin. Mit ihr kam Licht und Freude, sie verwandelte ödes Land in fruchtbar blühende Landschaft - typisch Frau halt
Einfach so zum schieren Vergnügen loszumaschieren, im Rucksack u.a. Wegzehrung (bevorzuge schlicht Äpfel und eventuell noch ein paar Nüsse, praktisch und nahrreich) und ausreichend zu Trinken, das hat schon was! In solchen Momenten merke ich einmal mehr, wie gut wir es hier haben. Solche Momente genieße ich so ganz und gar. Während solcher Momente überschwemmt mich ein intensives Gefühl positiv geladener Energie, die überlaufen will. Schwer zu beschreiben, leichter zu malen. Beim Malen versetzen mich übrigens die Farben (und Formen), die sich entwickeln, in ähnlich rauschhafte Verzückung.
Grad erst recht

Mag sich jener Same gesagt haben, der sich entschloss mitten auf einem Durchgang des Schlosses Auerbach bei Bensheim zu wurzeln. Vorausgesetzt ein Samenkorn vermag zu denken und willentliche Entscheidungen zu treffen, versteht sich. Die Ausschnitte oben stammen von einem der beiden begehbaren Burgtürme, um ihn zu besteigen, passiert man/frau eben jenen staunenswerten Baum. Dieser Baum kann mit Fug und Recht "my home is my castle" für sich beanspruchen
"Grad erst recht" denke ich mir jedes Mal, wenn ich Burgtürme erklimme, obwohl ich keineswegs schwindelfrei bin. Solch spektakulären Ausblicke entschädigen mich allemal. Und so ein kleiner Adrenalinschub soll ja ganz nützlich sein... ![]()

Und zugegeben, denke ich auch "grad erst recht", wenn mich jemand mit einer Rosaroten-Tralla-Erwartung an meine Bilder strapaziert. Als ob das Leben nur eitel Sonnenschein böte und wir engelhafte Wesen auf Erden seien. Das Engelhafte kommt mir mitunter abhanden und ich fühl dann ganz irdische Schatten auf mir lasten. Da brodelt gar höllische Wut im Bauch, oder erfasst mich tiefe Trauer oder bohrt Schmerz oder peinigt Angst oder, oder, oder... Ausweichende Schönfärbere ist nun wahrlich nicht mein Ding!




